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Andreas Franco: Politik in Köln.
Grundlagen, Personen, Geschichten,
Stadt Köln, Bezirke; 07. Juni 2016.

208 Seiten; 12,95 Euro.
Zu beziehen über den Buchhandel (z.B. Amazon, Thalia) oder direkt hier: kontakt@politik-in-koeln.de

icon Wohnen

Da Wohnungen in Köln knapp sind, beschäftigt sich die Politik in Köln natürlich auch mit dem Thema Wohnen.

Auf der Seite Stadtentwicklung der Stadt Köln finden sich Angaben zum Stadtentwicklungsprojekt Wohnen.

Und hier geht es zum aktuellen Geschäftsbericht des Wohnungsamtes: Wohnen in Köln - Fakten, Zahlen und Ergebnisse 2015 - Ausblick 2016 (09/2016).

Inhalt

Stadtentwicklungskonzept Wohnen

Das Stadtentwicklungskonzept Wohnen wurde vom Stadtrat am 11. Februar 2014 (TOP 15.1) beschlossen unter der mittlerweile überholten Annahme, Köln würde bis 2029 um bis zu 52.000 Einwohner wachsen. Mittlerweile liegen die Schätzungen für 2040 zwischen einem rapiten Zuwachs von ca. 200.000 Einwohnern (IT.NRW), 142.000 EW (Köln, Var.1), 60.000 EW (Köln, Var.2) und sogar einem Rückgang um 20.000 EW bis 2035 (BBSR) (KStA: 09.05.2015).

Das Stadtentwicklungskonzept Wohnen sollte nicht nur dem Ziel dienen, die benötigten neuen Wohnungen zu schaffen, sondern hierbei auch die klimatischen und demografischen Anforderungen berücksichtigen. Es ging also um Baulandgewinnung, Innenentwicklung, Sozialorientierte Wohnungspolitik, Energetische Modernisierung und Altengerechtes und barrierefreies Wohnen ( Stadtentwicklungskonzept Wohnen, 3.7 MB).

Neue Flächen für den Wohnungsbau - Mobilisierung von Bauland hat höchste Priorität (Feb. 2016):
Unter der Annahme, dass Köln von 2015 bis 2019 etwa 30.000 und bis 2029 weitere 36.000 neue Wohnungen benötigt, wurden insgesamt 76 Flächen mit einem zusätzlichen Neubauvolumen von 17.800 Wohneinheiten ermittelt. Da nur 20 der 76 Flächen der Stadt Köln gehören, konnten davon nur die 20 städtischen Flächen veröffentlicht werden. Weiteres auf der Seite der Stadt Köln: Neue Flächen für den Wohnungsbau.

Auf der Stadtratssitzung vom 22.09.2016 wurde ein Grundsatzbeschluss zur Vergabe städtischer Grundstücke/ Erweiterung der Vergabearten um die Vergabe nach Konzeptqualität, gefasst. Beachte auch die zwei Änderungsanträge (TOP 10.39).

Neue Flächen für den Wohnungsbau: Siehe hierzu Stadtratssitzung vom 17.11.2016: Umsetzung STEK Wohnen: hier: Neue Flächen für den Wohnungsbau. Das Thema wurde zwar zurückgestellt, zeigt aber die Diskussionslinien sowie die vorgeschlagenen Flächen, die bebaut werden könnten.

Wohnungsbauprogramm 2015

Das erste Wohnungsbauprogramm wurde am 29. Januar 2008 vom Stadtrat beschlossen (TOP 9.7). Es enthält die wohnungspolitischen Ziele sowie eine Darstellung der Flächenpotenziale in Köln. Das fortgeschriebene Wohnungsbauprogramm 2015 (1,5 MB) berücksichtigt auch das Stadtentwicklungskonzept Wohnen von 2014.

Auf der Seite zum Wohnungsbauprogramm finden Sie unter Das Wohnungsbauprogramm zum herunterladen auch Pläne von allen Stadtbezirken mit den relevanten identifizierten Flächen (Bsp.: Übersichtsplan; 1,4 MB) sowie unter Förderprogramme für den Kölner Wohnungsbau die entsprechenden Förderprogramme zum download.

Wohnraumschutzsatzung 2014

Im Jahre 2012 hatte die Landesregierung NRW eine Kündigungssperrfristverordnung erlassen. Darin wurde die Kündigungssperrfrist gemäß § 577a BGB in Köln von 3 auf 8 Jahre verlängert. Der Mieter einer Wohnung, die während der Mietzeit in Wohneigentum umgewandelt wird, ist demnach in Köln für 8 Jahre vor einer Eigenbedarfskündigung durch den neuen Eigentümer geschützt. 2014 wurde die Kappungsgrenze gemäß § 558 Abs. 3 BGB für Köln von 20 auf 15 % gesenkt (Kappungsgrenzenverordnung), wonach die Miete innerhalb von 3 Jahren i.d.R. maximal um 15 % steigen darf.

Diese Verordnungen wurden vom Stadtrat durch die Satzung zum Schutz und Erhalt von Wohnraum in Köln (Wohnraumschutzsatzung) vom 04. Juli 2014 ergänzt. Die Satzung stellt die Zweckentfremdung von Wohnraum unter Genehmigungsvorbehalt durch das Amt für Wohnungswesen. Eine Zweckentfremdung liegt vor bei:

  • Verwendung von min. der halben Fläche zu gewerblichen oder beruflichen Zwecken.
  • Unnutzbarkeit der Wohnfläche durch Abbruch oder bauliche Veränderung.
  • Leerstand länger als 3 Monate.

Siehe auch:

Auswirkung der Wohnraumschutzsatzung von 2014:

Wohnungsbauforum Köln

Das 2010 unter Vorsitz des OB Jürgen Roters gegründete Wohnungsbauforum Köln dient der Vernetzung aller Akteure auf dem Wohnungsbaumarkt in Köln. Eine Kooperationsvereinbarung besiegelte dieses Austausch- und Beratungsgremium.

30 Prozent sozialer Wohnungsbau auf städtischen Grundstücken

Am 15.06.2009 hatte der Stadtrat die Offensive für mehr geförderten Wohnraum beschlossen. Bei städtischen Grundstücken ist demnach der Anteil der geförderten Wohnungen von 25 % auf 30 % zu erhöhen. Bei privaten Gründstücken sollen Anreize geschaffen werden, wozu wohl das Kooperative Baulandmodell entwickelt wurde.

Kooperatives Baulandmodell Köln

Der Sozialwohnungsbestand in Köln ist seit 2000 massiv geschrumpft, das Mietpreisniveau ist sehr hoch. Geförderter Wohnraum wird dringend benötigt. Deshalb hat der Rat der Stadt Köln am 17. Dezember 2013 das Konzept des Kooperativen Baulandmodells Köln beschlossen.

Das Kooperative Baulandmodell Köln kann angewendet werden, wenn auf einer Fläche mindestens 25 Wohneinheiten entstehen sollen. Der Investor schließt mit der Stadt einen Vertrag. Dabei verpflichtet er sich, alle anfallenden Kosten sowohl für die Planung, die technische und auch soziale Infrastruktur vollständig oder anteilig zu übernehmen. Zudem sind 30 % der Wohnungen als Sozialwohnungen zu errichten. Als Gegenleistung sollen beim Investoren mindestens ein Drittel des planungsbedingten Wertzuwachses der Gründstücke verbleiben.

Siehe auch:

30 OberbürgermeisterInnen und DIFU im Dialog: "Nachhaltige Stadt"

30 OberbürgermeisterInnen, darunter auch der OB von Köln, nehmen am Dialog "Nachhaltige Stadt" des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) teil. Es geht dabei um eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche Versorgung mit Wohnraum und der Sicherung von Grünflächen: Dialog "Nachhaltige Stadt".

Einsatz sozialer Erhaltungssatzungen in Köln/ Milieuschutzsatzung

Zur Zeit (Nov. 2015) wird in den Gremien ein Vorschlag der Verwaltung vom 15. Aug. 2015 diskutiert, der Schutz vor Luxussanierungen und der damit verbundenen Verdrängung von alteingesessenen Bewohnern mit geringeren finanziellen Möglichkeiten bieten soll: Verfahrensvorschlag zum Einsatz sozialer Erhaltungssatzungen in Köln. Als erste mögliche Einsatzgebiete kommen das Severinsviertel und weite Teile Mülheims in Betracht. Siehe auch: KStA vom 29.10.2015: Wie die Stadt Köln Veedel gegen Luxussanierungen schützen will.

Wohnungsdaten Köln 2004 bis 2014

Indikatoren2004200620082009201120132014
Wohnungen526.798530.961535.391537.666541.692547.332550.428
WE in Ein-/Zweifamilienhäuser91.65192.82494.20594.83596.29697.63398.388
Baugenehmigungen (Wohnungen)2.6853.0722.5442.3392.9503.3314.689
Fertigstellungen (Wohnungen)3.2672.8813.2152.7982.6693.1433.679
Geförderte Mietwohnungen (Typ A/1. Förderweg)56.80850.38945.77342.88041.64240.42038.988
Sozialwohnungen 1. Förderweg (einschließlich Eigentumsmaßnahmen)59.28152.35146.84642.98240.12637.93235.907
Wohnfläche / Einwohner36,5136,8937,5537,7537,6337,9137,88
Durchschnittliche Wohnfläche / WE70,8871,1671,4871,6371,9772,3272,51
Datenquelle: Stadt Köln – offenedaten-koeln.de.

Entwicklung Sozialwohnungen

sozialwohnungen.png

Datenquelle: Stadt Köln – offenedaten-koeln.de.

Geförderte Mietwohnungen inklusive Heimplätze für Menschen mit Behinderungen und Studenten 2003 - 2015

sozialwohnungenneu.png

Datenquelle: Mitteilung Stadtentwicklungsausschuss vom 10.03.2016: Förderung von Wohnungen mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln im Jahr 2015.

KSK-Immobilien: Marktbericht 2016

Einen detaillierten Immobilienmarktbericht gibt es bei der Kreissparkasse Köln: Marktbericht 2016.
Darin enthalten sind Soziodemografische und -ökonomische Daten, die Darstellung von Nachfrage-Hotspots in der Region, die Angebotspreisentwicklung von Eigenheimen, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen, die KSK-Immobilien Wetterkarten, Regionale Preisreports sowie ein Exkurs zur Mietpreisbremse.

Presse und weitere Stimmen

Wir müssen bauen...

KStA: Kein Konzept für Wohnungsbau in Köln: KStA vom 13.09.2015.

KStA: Ohne zusätzliche Flächen geht es nicht in Köln: KStA vom 13.09.2015.

Wir dürfen nicht bauen...

Es gibt auch kritische Stimmen, die sich mit Alternativen zum Bauen beschäftigen: Verbietet das Bauen - Der Blog gegen die Bauwut.