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Andreas Franco: Politik in Köln.
Grundlagen, Personen, Geschichten,
Stadt Köln, Bezirke; 07. Juni 2016.

208 Seiten; 12,95 Euro.
Zu beziehen über den Buchhandel (z.B. Amazon, Thalia) oder direkt hier: kontakt@politik-in-koeln.de

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Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB)

Das Unternehmen, das den ÖPNV in Köln am laufen hält, ist die KVB, die Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Auf den Seiten der KVB finden Sie alle wichtigen Informationen hierzu:

Die Nord-Süd-Stadtbahn Köln

Zu dem Vorhaben gibt es auch einen begleitenden Internetauftritt der KVB unter: www.nord-sued-stadtbahn.de

Anfang der 1990-er Jahre wurden Überlegungen aus den 1960-ern wieder aufgenommen, eine Nord-Süd-Stadtbahn zu bauen. Die Planungen wurden um 2000 soweit abgeschlossen und sahen eine Verwirklichung in drei Baustufen vor.

Baustufe 1: Haltestelle Breslauer Platz/Hbf bis Haltestelle Marktstraße

Die Aufträge für die erste Baustufe wurden Ende 2003 vergeben. Im Januar 2004 begannen die ersten Bauvorbereitungen und am 06. Juni 2006 wurde die erste Tunnelbohrmaschine auf den Weg geschickt (sog. Schildfahrt). Diese Arbeiten dauerten bis Herbst 2007. Die Linie der Baustufe 1 verläuft auf einer Länge von ca. 4 km vorwiegend unterirdisch. Diese Baustufe sollte Stand 2007 Ende 2010 mit 8 Haltestellen in Betrieb gehen und ca. 950 Mio. Euro kosten (Sonderdruck Tunnel KVB; S. 43).

Seit Beginn der Arbeiten wurde das Vorhaben von den Anrainern stark kritisiert, was zu Bauvorhaben solcher Größenordnung wohl dazu gehört. Der Lärm und der Feinstaub der Baustellen führte zu starken Beeinträchtigungen mit Einnahmeeinbußen bei den Gewerbetreibenden. Am 29. September 2004 führte auch noch ein Versorgungsschacht bei der Severinstraße dazu, dass sich der Turm der Kirche St. Johann Baptist um 77 cm zur Seite neigte, was im Oktober 2005 wieder mit Hydraulikpressen behoben werden konnte (wikipedia).

Der Supergau geschah am 3. März 2009, als das Stadtarchiv Köln samt zweier benachbarter Wohngebäude einstürzte und zwei Todesopfer forderte. Dadurch wurde der Eröffnungstermin 2010 natürlich makulatur. Die Tragödie führte zu geschätzten Kosten in Höhe von bis zu 1 Mrd. Euro, zu einer Fertigstellung des Bauvorhabens frühestens 2023 sowie zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die nach wie vor andauern. Die KVB geht von einem Baufehler als Ursache aus und die Bauunternehmen von einem Grundbruch, einem explosionsartigen Wassereinbruch durch die Sohle der Baugrube. Die Ermittlungsarbeiten in der Grube werden noch bis 2017 andauern. Erst dann kann sich auch klären, wer für den Schaden finanziell aufkommen muss:

Im Dez. 2012 wurde die Haltestelle Rathaus und im Dez. 2013 die Haltestelle Heumarkt in Betrieb genommen. Sie werden von der Linie 5 über die Haltestelle Dom/Hbf angefahren. Am Heumarkt kreuzen die Linien 1, 7 und 9 (Haltestelle Heumarkt, S. 4).

Und sogar der Dom wackelt: Ob wegen der neuen Linie, die am Dom vorbei fährt, auch das Wahrzeichen Kölns dran glauben muss (SZ vom 09.01.2013 und Die Welt vom 13.04.2015)? Am 08.03.2016 berichtet der KStA von einem Kompromiss zwischen Stadt, KVB und dem Domkapitel. Fragen über die Ursachen der Erschütterungen werden aufgeworfen, neue Maßnahmen geplant und Kosten verteilt: KStA vom 08.03.2016: KVB: Zitternder Kölner Dom bereitet der Kirche weiterhin Sorgen.


Baustufe 2: Verbindung der Nord-Süd-Stadtbahn mit der Rhein-Ufer-Bahn auf Höhe des Bonner Wall

Die zweite Baustufe soll die Nord-Süd-Stadtbahn mit der Rheinuferbahn von der Haltestelle Bonner Wall zur Schönhauser Straße verbinden. Das Bauende soll zeitgleich mit Baustufe 1 sein. Die Kosten wurden 2007 mit 80 Mio. Euro angenommen (Sonderdruck Tunnel KVB; S. 43 und Die zweite Baustufe).

Am 13. Dez. 2015 wurde die Linie 17 der Nord-Süd-Stadtbahn in Betrieb genommen. Sie fährt zwischen den Haltestellen Severinstraße und Sürth und somit auf den Baustufen 1 und 2 der Nord-Süd-Stadtbahn.


Baustufe 3: Haltestelle Marktstraße bis Haltestelle Arnoldshöhe

Baustufe 3 besteht aus 4 Haltestellen, verläuft oberirdisch und ist ca. 2 km lang. Am südlichen Ende soll eine große Park-and-Ride-Anlage entstehen (Sonderdruck Tunnel KVB; S. 43).

Eventuell kann ein Teilstück südlich der Einsturzstelle des Archivs und somit auch die Baustufe 3 bereits vor der kompletten Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn 2023 in Betrieb gehen, z.B. ab 2018 (BV2 Rodenkirchen vom 20.04.2015).

Zur Baustufe 3 und den Planungen 2008 und 2013 siehe auch: Planungen Baustufe 3, Stadt Köln.