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Andreas Franco: Politik in Köln.
Grundlagen, Personen, Geschichten,
Stadt Köln, Bezirke; 07. Juni 2016.

208 Seiten; 12,95 Euro.
Zu beziehen über den Buchhandel (z.B. Amazon, Thalia) oder direkt hier: kontakt@politik-in-koeln.de

icon Baudesaster, Problembaustellen

Was wäre Berlin ohne seinen Berliner Flughafen (BER) oder Hamburg ohne seine Elbphilharmonie? Dass bei Baumaßnahmen solcher Größenordnung auch mal was schief gehen kann, dürfte normal sein. Aber muss jedesmal alles schiefgehen? Vergleichbare Probleme hat Köln mit der Nord-Süd-Stadtbahn, seit bei deren Bau 2009 das Stadtarchiv einstürzte. Neu hinzugekommen ist die Kölner Oper, deren Sanierung sich zu einer sehr kostspieligen "Neverending Story" entwickelt.

Inhalt

Nord-Süd-Stadtbahn der KVB

Siehe: Nord-Süd-Stadtbahn mit weiteren Informationen zum Bauverlauf der Nord-Süd-Stadtbahn sowie zum Archiveinsturz und dessen Folgen. Der Schaden summiert sich bisher auf bis zu 1 Mrd. Euro.

  • Am 29. September 2004 führte ein Versorgungsschacht bei der Severinstraße dazu, dass sich der Turm der Kirche St. Johann Baptist um 77 cm zur Seite neigte.
  • Am 3. März 2009 stürzte das Stadtarchiv Köln samt zweier benachbarter Wohngebäude ein und forderte zwei Todesopfer.
  • Und sogar der Dom wackelt; eventuell wegen der neuen Linie, die am Dom vorbei fährt.

Kölner Oper

Sanierung Oper und Schauspiel: Die Sanierungsmaßnahme begann 2012 und sollte im November 2015 beendet und die Oper eröffnet werden. Seit Juli 2015 war klar, der Termin ist nicht zu halten:

  • Sonderseite des KStA zur Kölner Oper: Der Bauskandal um die Kölner Oper.
  • OB Henriette Reker: "Leuchtturmprojekt soll wieder strahlen": Aktueller Sachstand zur Sanierung der Bühnen vom 27. Nov. 2015:
    • Eröffnungstermin kann nicht zur Spielzeit 2017/18 erfolgen.
    • Bisher genehmigte Kosten von 288 Mio. Euro erhöhen sich um ca. 40 - 60 Prozent.
    • Die Betriebsleitung der Kölner Bühnen soll um einen Technischen Leiter verstärkt werden, der für die Bauarbeiten verantwortlich zeichnet.

KStA vom 04.11.2016: Kölner Oper: Es fehlt nicht viel bis zur halben Milliarde. Aus den bei Baubeginn im August 2012 geschätzten Kosten über 253 Mio. Euro wurden zwischen 404 und 460 Mio. Euro. Zur Zeit weiß niemand, ob dies reichen wird.

KStA vom 28.04.2017: Sanierung: Kölner Oper kostet bis zu 565 Millionen Euro. "Die vollständige Sanierung der Oper und des Schauspielhauses in Köln könnte im schlechtesten Fall 565 Millionen Euro kosten und bis zum März 2023 dauern."

Hubschrauberlandeplatz/ Helikopterlandeplatz Kalkberg

Der Hubschrauberlandeplatz für den Rettungshubschrauber am Klinikum Merheim durfte ab 1998 nicht länger genutzt werden. Konkrete Pläne für den Landeplatz am Kalkberg entstanden. Seit 2010 hat der Rettungshubschrauber seinen Standort am Flughafen Köln/Bonn.
Im Dez. 2011 wurde der Landeplatz Kalkberg beschlossen. Die Kosten wurden mit 10,9 Mio. Euro angegeben. Im Sept. 2013 begannen die Bauarbeiten. Im Januar 2015 waren der Rohbau des Hangars und der Verwaltungsräume fast fertig.
Im April 2015 konnte die Eröffnung des Landeplatzes jedoch nicht wie geplant erfolgen. Es wurden erste Risse in den Gebäuden entdeckt. Die riesige Betonplatte als Fundament für den Hangar sowie den Landeplatz hatte sich gesenkt. Jetzt ist klar: Der Kalkberg muss vor seiner Eröffnung saniert werden.
Bereits vor dem Bau wurden Bedenken wegen des Untergrundes der Halde geäußert. Probebohrungen wurden 2005 und 2011 eventuell nicht tief genug vorgenommen, weshalb jetzt auch rechtliche Schritte geprüft werden. Die Baukosten belaufen sich mittlerweile auf 16 Mio. Euro.

Am 08.03.2016 war der Kalkberg Thema im Gesundheitaausschuss. Grund war die Vorlage des dritten Zwischenberichts des Instituts Roger Grün unter dem Titel: Statik der Halde Kalkberg - Dritter Zwischenbericht über die Maßnahmen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Darin wird der Zustand der Halte als schlechter dargestellt als bisher befürchtet. Zudem bestehe eine akute Gefahr für Mensch und Umwelt. Der Berg könne jederzeit abrutschen. Bei trockenem Wetter könne Wind giftigen Kalkstaub in die angrenzenten Wohngebiete wehen. Auf einer Pressekonferenz wurden die bisherigen Kosten mit 13,5 Mio. Euro angegeben. Weitere 5 - 10 Mio. Euro seien für die Sanierung des Kalkbergs und 3 - 6 Mio. Euro für die Errichtung des Hangars notwendig.
Die Feuerwehr als Bauherrin, vertreten durch den Feuerwehrchef Feyrer, sowie dessen Vorgesetzter Stadtdirektor Kahlen (SPD) setzen weiterhin auf den Kalkberg. In der Politik scheint sich sowohl bei der OB Reker sowie im Rat (CDU, Grüne) ein Umschwenk auf alternative Standorte Bahn zu brechen.

Am 11.03.2016 schreibt der KStA, die Ratsfraktionen hätten signalisiert einem Weiterbau auf der Halde eine Absage erteilen zu wollen.

Im Februar 2017 beendet der Chef-Sanierer und Gutachter des Kalkbergs die Zusammenarbeit mit der Stadt Köln. "Er wird mit den Worten zitiert, so ein Durcheinander habe er in 40 Jahren noch nicht erlebt."

Freitreppe Rheinboulevard

Rheinboulevard - Neugestaltung am rechten Rheinufer: Aus der Werbung der Stadt Köln: Der Rheinboulevard: Ein städtebauliches Glanzlicht. Die weitläufige Treppe hinunter zum Rheinufer: Ein Ort mit besonderer Aufenthaltsqualität.

  • Baukosten: Das 2007 geplante Projekt sollte ursprünglich 2011 fertig sein und 6 Mio. Euro kosten. Letztlich kostete die Freitreppe 25 Mio. Euro, wovon das Land 14 Mio. Euro übernimmt:
  • Die Reinigungskosten wurden anfangs mit jährlich 250.000 Euro angenommen. Daraus wurden 860.000 Euro, die dann jedoch auf 600.000 Euro gesenkt werden konnten. Allerdings reichen auch diese Kosten nicht aus, um die Treppe sauber zu halten. Da auf eine Versiegelung des Betons verzichtet wurde, hinterlassen Kerzen, Getränke und Zigaretten ihre Spuren:
  • Kaum eröffnet, war das Geländer der Freitreppe bereits im Juli 2015 verwittert und zeigte zahlreiche Risse:
  • Ursprünglich sollte die Treppe bis zu 12.000 Menschen Platz bieten. Da Fluchtwege vergessen wurden, muss die Treppe allerdings bei Großveranstaltungen gesperrt werden: